Rosacea ist keine reine Hauterkrankung, das wissen wir inzwischen. Aber wie weit die systemischen Auswirkungen wirklich reichen, zeigt eine neue türkische Fall-Kontroll-Studie auf beeindruckende Weise. Die Forscher haben das Blut von 90 Rosacea-Betroffenen und 90 gesunden Vergleichspersonen detailliert analysiert, und dabei ein Muster gefunden, das weit über die Haut hinausgeht.
Rosacea und Blutmarker: Diese Entzündungswerte sind erhöht
Die Studie hat eine Reihe von Entzündungsmarkern im Blut gemessen, Werte, die du teilweise vielleicht aus deinen eigenen Blutbefunden kennst. Alle diese Werte waren bei Rosacea-Betroffenen signifikant erhöht, ein klares Zeichen für systemische Entzündung weit über die Haut hinaus.
- NLR (Neutrophil-zu-Lymphozyten-Verhältnis): Ein Maß für das Gleichgewicht zwischen zwei Typen weißer Blutkörperchen. Ein erhöhter NLR zeigt an, dass das Immunsystem in einem chronischen Aktivierungszustand ist.
- PLR (Thrombozyten-zu-Lymphozyten-Verhältnis): Thrombozyten spielen nicht nur bei der Blutgerinnung eine Rolle, sondern auch bei Entzündungsprozessen.
- SII und PIV: Kombinierte Entzündungsindizes, die mehrere Blutparameter zusammenfassen und einen Gesamtüberblick über die systemische Entzündungsaktivität geben.
- MPV (Mittleres Thrombozytenvolumen): Größere Blutplättchen sind entzündungsaktiver. Ein erhöhter MPV-Wert gilt als Zeichen für erhöhte Thrombozytenaktivierung, und war in dieser Studie der stärkste Prädiktor für Rosacea überhaupt, mit einem mehr als siebenfach erhöhten Erkrankungsrisiko.
- CRP (C-reaktives Protein): Der klassische Entzündungsmarker, den viele kennen.
- LDL-Cholesterin: Ebenfalls erhöht, ein Hinweis auf metabolische Dysregulation.
Sirtuine & Irisin bei Rosacea: Was deine Mitochondrien damit zu tun haben
Jetzt wird es besonders interessant. Die Studie hat nicht nur klassische Entzündungsmarker gemessen, sondern auch Biomarker, die mit Mitochondrien, oxidativem Stress und Stoffwechsel zusammenhängen. Und hier zeigt sich das eigentlich Bemerkenswerte. SIRT1 und SIRT3 waren bei Rosacea-Betroffenen signifikant erniedrigt. Sirtuine sind Enzyme, die als zelluläre Schutzfaktoren wirken. Sie regulieren die Energieproduktion in den Mitochondrien, dämpfen Entzündungsreaktionen und schützen vor oxidativem Stress. Niedrige Sirtuin-Werte bedeuten: Die Zellen sind weniger gut geschützt, die Mitochondrien arbeiten weniger effizient, und die Entzündungsbereitschaft steigt. Je niedriger SIRT1, desto höher das Rosacea-Erkrankungsrisiko. Visfatin und Irisin waren ebenfalls erniedrigt. Visfatin ist ein Botenstoff aus dem Fettgewebe mit entzündungsmodulierenden Eigenschaften. Irisin ist ein Muskelhormon, das bei körperlicher Aktivität ausgeschüttet wird und entzündungshemmende sowie stoffwechselanregende Eigenschaften hat. Niedrige Irisin-Werte sind ein Hinweis auf Bewegungsmangel und gestörte Energiehomöostase.
Rosacea und Herzkreislaufrisiko: Warum das wichtig ist
Rosacea ganzheitlich behandeln: Was wirklich wirkt
ls ganzheitliche Beraterin beschäftigt mich besonders der Sirtuin-Befund. Denn Sirtuine stehen im Zentrum der modernen Forschung zu Entzündung, Alterung und Stoffwechsel. Was Sirtuine fördert und damit indirekt der Rosacea-Entzündung entgegenwirkt: Kalorienreduktion und ganzheitliches Fasten aktivieren SIRT1 direkt, ein Mechanismus, der seit Jahren in der Longevity-Forschung bekannt ist und nun auch für Rosacea relevant erscheint. Polyphenolreiche Ernährung mit Resveratrol, Quercetin und anderen Polyphenolen aus Beeren, Trauben, Zwiebeln und grünem Tee aktiviert Sirtuine auf natürlichem Weg. Regelmäßige moderate Bewegung schüttet Irisin aus. Guter Schlaf ist ebenfalls entscheidend, denn SIRT1 wird nachts während des Tiefschlafs aktiv. Und schließlich unterstützt eine antioxidantienreiche Ernährung mit Vitamin C, Vitamin E, Zink, Selen und Coenzym Q10 das Sirtuin-System zusätzlich.
Rosacea ist kein isoliertes Hautproblem. Sie ist Ausdruck einer systemischen Dysregulation mit messbaren Auswirkungen auf Immunsystem, Mitochondrien, Blutplättchen und Stoffwechsel. Wer Rosacea hat, sollte seinen Körper als System betrachten und gezielt an den Stellschrauben arbeiten, die die systemische Entzündung reduzieren. Genau das ist das Herzstück meiner Rosacea Masterclass. Du verstehst, was in deinem Körper passiert, und bekommst konkrete Werkzeuge, um die Entzündung von innen heraus zu reduzieren.
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Quelle der Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41594223/
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